Vom Flachland in die Berge

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Als Landei war Radfahren immer mühsam.

Seit September 2012 wohnen meine Frau und ich in Baden-Württemberg. Der Umzug war nötig da ich einen neuen Job angenommen hatte. Radfahren war immer schon eine große Leidenschaft. Bevor wir hier in den Süden gezogen sind, bin ich einige Jahre lang eher wenig Rad gefahren. In meiner alten Heimat, in Ostwestfalen war Radfahren keine große Herausforderung. Flaches Land soweit das Auge reicht. Dazu kam noch das die Distanzen größer sind als hier im Süden. Damit meine ich, dass man egal wohin man wollte, immer mindestens 5-10 Kilometer fahren musste. Der Teutoburger Wald hätte sich sogar gut für Mountainbike oder Trekkingrad Touren geeignet, aber auch der war ca. 20 km von unserem Wohnort entfernt. Also hätte ich erst mit dem Auto dorthin fahren müssen und dann meine Tour fahren.

Anschließend wieder verschwitzt zurück ins Auto und wieder nach Hause. Jetzt gibt es sicher einige von Euch die sagen „Warum ist er den nicht von zuhause dorthin oder im Umland Rad gefahren?“ Ganz einfach, ich bin nicht darauf gekommen. Und dazu kam noch, das nicht gerade optimale Wegenetz. Ich entfliehe gern dem Lärm und dem Stress der Straßen. Das war nicht so gut möglich. Deswegen besaß ich auch weder ein Mountainbike noch ein ordentliches Tourenrad. Geschweige denn irgendeine brauchbare Fahrradnavigation.

Radfahren im Naturschutzgebiet

Radfahrt mit Handy Navigation

Hier im Schwarzwald ist das Radfahren anders

Damals änderte sich dann aber alles schlagartig was das Radfahren anging. Hier in der Nähe zu Frankreich ist es entlang des Schwarzwalds wirklich großartige Möglichkeiten für Radfahrer. Auf der deutschen Seite sowie auf der Französischen Seite (Der Rhein ist hier ja die grüne Grenze zu zwischen Deutschland und Frankreich) kann man großartige Radtouren unternehmen. In die eine Richtung (westlich des Rheins) durch die flache Rhein ebene, entlang des Rheins Richtung Strasbourg oder nach Norden Richtung Hessen oder durch die Naturschutzgebiete. Man kann aber auch tief ins Elsass hineinfahren wo es neben der tollen Landschaft auch jede Menge Möglichkeiten für hungrige und durstige Radfahrer gibt einzukehren.

In der anderen Richtung, östlich der Rhein ebene liegt der Schwarzwald. In den ersten 1-2 Jahre sind wir (meine liebe Frau und ich) oft mit dem Auto hoch in die Berge gefahren um dort zu wandern. Es geht einem das Herz auf, wenn man diese wunderschöne Natur mit ihren unendlich vielen Facetten sieht. Tiefe Wälder die mit Hunderten Kilometern von Wegen durchzogen sind. So etwas hatte ich zuvor noch nicht in echt gesehen.

Schön  ist es hier

Die Natur ist so schön, dass wir sogar im tiefsten Winter bei viel Schnee in den Wäldern wandern gingen. Aber wir mussten jedes Mal mit dem Auto hinfahren. Das störte mich damals schon irgendwie. Mit dem Rad dorthin zu fahren wo die Natur so schön ist, dass man manchmal anhalten muss um sie zu genießen und zu begreifen, das ist wunderbar. Von Anfang an hatte ich den Gedanken all das mit dem Rad zu erleben.

Irgendwann hatte ich dann mal frei und nichts vor. Die beste Gelegenheit mal was Neues zu unternehmen. Ich schnappte mir den alten Drahtesel den ich damals aus meiner alten Heimat mitgebracht hatte und fuhr los. Hach, einfach losfahren und frei sein dachte ich, raus in die Natur und die Berge erkunden.

Ich kam ganze 7 Kilometer weit. Nämlich einmal durch die Stadt, durch den dahinterliegenden Park in Richtung Berge. Bei dem Versuch die Schwarzwaldhochstraße hoch zu fahren versagten schon meine Beinmuskeln. Es ging nicht mehr, schon nach kurzer Zeit hatte mein Vorhaben sein Ende gefunden.

Radfahren

Mein Trekkingrad

Das kommt davon, wenn man untrainiert mit einem in die Jahre gekommenen Rad (siehe Bild) einen Berg erklimmen will. Naja Berg kann man nicht mal sagen. Die Straße hat eine mäßige Steigung von vielleicht 7 oder 9%. Heute lache ich darüber. In der folgenden Zeit fuhr ich die Strecke noch einige Male und kam immer weiter, bis ich es dann nach ca. 3 Monaten schaffte bis ganz nach oben zum Mehliskopf auf 882 Hm zu fahren.

Endlich geschafft!

Mann war ich stolz auf mich. Das war eine völlig neue Erfahrung, einen Berg ohne Auto, nur mit meiner eigenen Muskelkraft zu erklimmen einfach großartig. Dazu kam dann noch der nicht unerhebliche Spaß den gleichen Weg wieder hinunter zu fahren. Die Bremsbeläge meiner V-Brakes waren allerdings danach komplett hinüber, denn ich hatte natürlich nicht daran gedacht, dass die enorm beansprucht werden könnten, wenn man 15km bergab mit teilweise mehr als 60Km/h fährt. Aber mein Rad hat diesen Ritt und noch viele weitere Fahrten überstanden.

Ich weiß das war recht leichtsinnig von mir aber glücklicherweise ist nichts passiert. Für mich war damals das Wichtigste, dass ich es geschafft hatte, und ich wollte mehr! Nur beim nächsten Mal würde ich besser vorbereitet auf Tour gehen.

Auf längeren Touren sollte man übrigens folgende Dinge beim Radfahren  dabeihaben:

  • BremsbelägeWenn sich zeigt, dass die Beläge nicht mehr gut sind kann man sie auch unterwegs austauschen.
  • Flickzeug & Ersatz SchlauchEs kann immer mal passieren, dass man über einen Nagel oder einen anderen spitzen Gegenstand fährt. Dann ist Tour zu ende. Nicht aber wenn man Flickzeug oder einen neuen Schlauch dabei hat.
  • WerkzeugSehr nützlich ist kleines Multitool mit dem man alle nötigen Schrauben und Teile am Rad lösen kann. Felgenheber Set und eine Mini Pumpe.
  • PowerbankHeutzutage ist es fast unerlässlich seine Geräte wie Smartphone oder Fahrrad Navigation dabei zu haben. Aber wenn der Akku mal leer ist, kann es schnell unangenehm werden. Gerade in Gegenden in denen man sich nicht auskennt. Daher ist eine Powerbank eine gute Idee. Die Dinger gibt es ja heute schon im mini Format für wenig Geld.
  • Fahrrad NavigationDas kann das Smartphone mit einer offline App wie OsmAnd sein. Aber auch ein professionelles Navi mit dem man nicht nur wen Weg sieht sondern, sich sogar den schnellsten Weg nachhause zeigen lassen kann.
  • Verpflegung          Ich persönlich habe auf längeren Fahrradtouren immer ein paar Energie- oder Vollkorn-riegel dabei. Zusätzlich evtl. eine Banane und getrocknete Früchte oder Beeren. Und was besonders im Frühling und Sommer sehr wichtig ist, Wasser. Eine 500ml Wasserflasche am Rad und dann noch ca. 1L Reserve im Rucksack. Es gibt auch Wasserbehälter die in den Rucksack integriert sind. Diese haben einen Schlauch mit dem man dann auch währen der Fahrt trinken kann.

Auf längeren Radtouren wie der die ich in meinem Blogartikel „Die erste 100km lange Fahrradtour“ beschreibe, da sollte man noch eher drauf achten gut ausgerüstet zu sein.

Frankfurt Runde

Die neue Umgebung ist eine Herausforderung

Sicherheit geht vor!

Die erste 100km lange Fahrradtour

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